Rückruf von iPhone 4 würde 1,5 Milliarden US-Dollar kosten

Von am 14. Juli 2010  

Apple kann sich nicht mehr leisten, nicht zu reagieren

Das Leugnen des im Labortest nachgewiesenen Konstruktionsfehlers, der zu Verbindungsabbrüchen führt, hilft nicht mehr. Das Löschen von Diskussionen in Apples Supportforen führt zum bekannten Streisand-Effekt und bewirkt noch größere Aufmerksamkeit für den Bericht in Consumer Reports. Die Verbraucherschutzorganisation legte inzwischen nach mit einem weiteren Blogbeitrag: „Warum Apple – und nicht die Kunden – das iPhone 4 in Ordnung bringen muss“.

PR-Experten halten einen Rückruf inzwischen übereinstimmend für unvermeidlich. Analyst Toni Sacconaghi von Bernstein Research rechnete die Kosten dafür bereits hoch. Er hält zwar zwar „einen vollen Produktrückruf von iPhone 4 für höchst unwahrscheinlich“, setzte aber schon einmal die Kosten dafür an mit 1,5 Milliarden US-Dollar, was wiederum 3,5 Prozent von Apples insgesamt verfügbaren Mitteln entspricht.

Für wahrscheinlicher hält er eine kostenlose Hülle für jedes Gerät, wie es Apple den Kunden derzeit als rubber bumper case für jeweils 29 US-Dollar zum Kauf anbietet. Nach der Bernstein-Schätzung kostet die kostenlose Abgabe Apple tatsächlich nur 1 (einen) Dollar je Gummi-Hülle. Apple könnte damit umgehend reagieren, wäre aber natürlich gezwungen, das bisher geleugnete Konstruktionsproblem zu gestehen.

Als schwerwiegender gilt Bernstein Research, was auf Dauer daraus folgt: „Für größere, langfristige Bedenken bei Apples Investoren sorgt vielleicht das sich enthüllende Muster von Überheblichkeit bei diesem Unternehmen. Es hat zunehmend Wettbewerber (und Regulierer) gegen das Unternehmen aufgebracht und läuft Gefahr, mit der Zeit die Kunden vor den Kopf zu stoßen.“

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