Sex-Verbot: Apple säubert den App Store

Von am 20. Februar 2010 4 Kommentare 

Ärger mit den prüden Zensoren Apples bekamen schon das deutsche Magazin Stern, das Wörterbuch Ninjawords sowie eine Bikini-Mädchen-App, die als iPorn entfernt wurde. Es kommt noch härter. Apple hat überraschend die Richtlinien geändert und entfernt alle „offensichtlich sexuellen Inhalte“.

Der Bannfluch trifft alles, was Apples Zensoren Prüfer als „overtly sexual content“ betrachten, und natürlich steht ihnen die Deutungshoheit zu. Es geht auch nicht mehr nur um schwer nachzuvollziehende Ablehnungen neu eingereichter Anwendungen, vielmehr entfernt Apple massenhaft zuvor genehmigte Anwendungen, die bereits über den App Store für das iPhone verkauft wurden.

Der Säuberung zum Opfer fielen „Exotic Positions“ wie „Sexy Women“ und „Beautiful Boobs“. Es trifft unbekannte Entwickler und bekannte Marken. On the Go Girls verlor bereits 17 Anwendungen, rund die Hälfte des eigenen Angebots. Jens Ltd ist nur noch mit einer App für das iPhone vertreten. Playboy hat es (noch) nicht getroffen, aber eine Anzahl von Maxim-Apps wanderte ins Nirvana der Zensur. Die Säuberungswelle ist offenbar erst angelaufen, ihr Ausmaß nur zu ahnen.

Richtlinien angepasst

Auf Presseanfragen reagiert Apple wie gewohnt nicht oder nur mit Standardfloskeln. Betroffene Entwickler berichten von Briefen, wie sie Jon Atherton erhielt, dessen Wobble iBoobs aus dem App Store gekickt wurden:

„Der App Store entwickelt sich weiter, und daher verbessern wir laufend unsere Richtlinien. Ihre Anwendung Wobble iBoobs (Premium Uncensored) enthält Inhalte, die wir ursprünglich als geeignet für den Vertrieb einschätzten. Da wir jedoch in letzter Zeit zahlreiche Beschwerden von unseren Kunden über diese Art von Inhalten bekamen, haben wir unsere Richtlinien entsprechend angepasst.

Wir haben entschieden, jegliche offenkundig sexuellen Inhalte aus dem App Store zu entfernen, was Ihre Anwendung einschließt.“

BILD-Girl ausgeschüttelt?

Das sieht jetzt aber gar nicht gut aus für Springers Bild-Zeitung, die sich mit einer eigenen App in die digitale Zukunft zu retten versucht. Sie versucht sich mit einem „BILD-Girl zum Schütteln“ zu verkaufen, das durch „App Schütteln“ des iPhones seiner Kleidungsstücke beraubt wird, begleitet von „fröhlichen Jauchzern“ und „bis zum super-süßen Ende“.

Hört sich nach „offensichtlich sexuellen Inhalten“ an, die zu aufrechter Empörung und einer Beschwerde bei den Apple-Zensoren führen müssen. Geht es nach Apples neuen Richtlinien, ist mit einem baldilgen Ende des BILD-Girls zu rechnen und Springers App eines wesentlichen Kaufmotivs beraubt.

(bk)

Screenshot: Giant Mobile

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Kommentare

4 Stellungnahmen zu “Sex-Verbot: Apple säubert den App Store”
  1. boni83 sagt:

    Schönen guten Abend

    ich finde es zwar richtig Pornografie aus einen Store wie dem von apple fern zu halten, aber ein Verbot für Erotik halte ich für sehr übertrieben es geht da nicht nur um solche kleinen Spielchen die vielleicht den ein oder anderen begeistern, mich nicht so wirklich!

    Aber z.B. eine Bild Zeitung ohne die nette Dame am ende das passt halt nicht das gehört schließlich zu der Zeitung schon seid Jahren!

    Und mal ehrlich man sieht heute schon nackte Tatsachen wenn mal um 14:00 Uhr das Fernsehen einschaltet und da sieht man nicht nur schöne sachen. 🙂

    Und wie weit soll das gehen, Apple möchte schließlich einer der besten E-Book Stores werden, besonders für Ihr bald erscheinendes Apple iPad.
    Kann ich mir dann nichtmal eine Zeitschrift wie z.B. die SFT runter laden ohne das die Damen im Bikini die Ja nun wirklich in fast Jeder Zeitung oder Zeitschrift sind, verpixelt werden oder Überhaupt nicht mehr angezeigt werden??

    Ich stelle es mir lustig vor wenn mal irgendwann mal das Kamasutra im Store laden kann und kein einziges Bild zu sehen ist!

    Mein Meinung ist wer den Vertrieb übernimmt (Apple) hat bei der Zensur nichts zu sagen denn das liegt immer noch bei den die sie Schreiben und verlegen und bei denen die sehen und lesen wollen! (kommt fast schon rüber wie die Zensur von Cina bei Google)

    Apple sollte sich da lieber mehr nach den Kunden richten und nicht nach Ihren Prinzipien, den Sie werden nicht der einzige App-Store sein!

    Nichts Falsches denken bitte ich bin ein Fan von Apple aber wenn man sowas hört könnte man es sich abgewöhnen!

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