Tablets von Nokia, HP, Samsung und …

Von am 6. April 2010  

Die Tablet-Flut nähert sich unaufhaltsam, aber was bringt sie?

Noch hat sich das iPad-Konzept von Apple nicht bewiesen, da scharren massenhaft Hersteller in den Startlöchern und wollen mit dabei sein, wenn doch noch ein Tablet-Markt reifen sollte. Schon länger geht eine Zahl von 50 Tablets um, die in diesem Jahr zu erwarten sind. In jedem Fall dabei sind wird Nokia, versichert uns Ashok Kumar, dem wir als erfahrenem Analysten mit Zulieferer-Kontakten glauben dürfen, der weitgehend recht behielt mit seinen Ansagen zum Apple-Tablet. Der Zeitplan für das Nokia-Tablet läuft demnach bereits:

„Die Kette der Zulieferer wird derzeit in Gang gesetzt für einen Marktstart im Herbst. Es muss September / Oktober in den Regalen liegen, um die Nachfrage zum Jahresende erfüllen zu können.“

Er nimmt als wahrscheinlich an, dass wie bei HP Slate Microsoft Windows zum Einsatz kommt. Dem widerspricht Tero Kuittinen von MKM Partners, der eher MeeGo als Betriebssystem erwartet, ein gemeinsam von Nokia und Intel gefördertes Betriebssystem, das die Entwicklungslinien von Maemo und Moblin vereinigt: „MeeGo zielt vermutlich vor allem auf den Tablet-Markt.“

Einig sind sich beide darin, dass sich Unternehmen wie Nokia oder Samsung nicht aus dem Tablet-Markt halten können. Die neue Kategorie zwischen PC und Smartphone locke vielmehr Handy- wie PC-Hersteller. Die Tablet-Flut des Jahres 2010 ist nicht mehr aufzuhalten, obwohl es sich um „eine unreife Produktkategorie ohne bewiesenes Anwendungsszenario“ handelt – Geoff Blaber von CCS Insight erlaubt sich diese kluge Anmerkung.

Viele Anbieter setzen vermutlich auf die Kombination von Android OS mit einem stromsparenden ARM-Prozessor, wie er vor allem in Smartphones und auch Apple iPad verbaut wird. Die Fraktion der PC-Hersteller hingegen dürfte teilweise auf Windows und Intel-Chip setzen, obwohl genau diese Kombination den Tablet-Markt so lange in der Nische gefangen hielt.

Die Schwachstellen des Windows-Tablets kann auch HP Slate nicht verleugnen, ein in der Preislage des iPad zu erwartendes Tablet mit Windows 7 als Betriebssystem. Es kann zwar den früheren Nachteil exorbitanter Preise vergessen machen, aber die frisch geleakten Details verraten auch die neuen alten Schwächen:

Gut fünf Stunden Akkulaufzeit sind nicht schlecht im Vergleich zu einem üblichen Notebook-PC, aber das iPad und ähnlich konzipierte Tablets können doppelt so lange. Kein Instant-On, vielmehr die übliche Wartezeit bis zum Login mit Windows Home Premium. HP Slate mit seinem etwas kleineren Display (8,9 Zoll) wiegt zwar nicht mehr, trägt aber rund zwei Zentimeter dicker auf als Apple iPad, das wiederum vollschlank zu nennen ist im Vergleich zu Geräten wie Amazon Kindle. Auch wenn HP Slate über einen Prozessor mit der wesentlich höheren Taktrate von 1,66 GHz verfügt, dürfte seine Geschwindigkeit hart ausgebremst werden durch das Betriebssystem.

Zugunsten des Windows-Tablets bleiben das vertraute Betriebssystem, gewohnte Anwendungen und eine gute Erweiterbarkeit, von der Apples loyale Kunden schon lange nicht mehr zu träumen wagen. Speicherkarten, USB-Anschlüsse, HDMI-Ausgang, Kamera vorne und hinten, HD-Wiedergabe in 1080p – alles selbstverständlich. Wer bietet mehr als HP Slate?

Screenshot: HP / YouTube

Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • TwitThis