US-Medien lachen über Apple, den eiPOTT und das Hanseatische Oberlandesgericht

Von am 21. August 2010 7 Kommentare 

Können Apples Kunden einen Eierbecher nicht von einem Medienplayer unterscheiden?

Diese dumme Geschichte kam blitzschnell auch in den USA an, schon in den Ãœberschriften begleitet von deutschen Worteinlagen, die alle auf Verbot und Verneinung hinausliefen:

„Nein eiPott Für Sie! German Court Backs Apple Copyright“ (Mac Observer)
„No Comment: Apple Germany says nicht to eiPott“ (TUAW)
„German Egg Holder Manufacturer Sued By Apple“ (Cult of Mac)
„Remains of the Day: Nein means nein“ (Yahoo! Tech)

So richtig mitbekommen haben sie die Sache nicht einmal, da sie ihre Kenntnisse aus der Berliner Boulevardzeitung BZ und einer automatischen Google-Übersetzung bezogen. Aber das ist erst der Anfang, diese Geschichte wird noch viele Kreise ziehen. Die Gags für die Tonight-Shows werden mit Sicherheit schon geschrieben.

Was bisher geschah: Ein Hersteller namens Koziol, der sich auch gerne „Glücksfabrik“ nennt und sich seines besseren Designs rühmt, um die Menschen glücklicher zu machen, nannte einen Eierbecher eiPOTT. Apple stieg prompt darauf ein und setzte seine grauen Anwaltslegionen in Bewegung. Sie versuchten seit Anfang 2009, Herstellung und Vertrieb des Eierbechers zu verhindern.

Beim Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg hatten sie jetzt endlich Glück, dem Gerichtsstandortort, der sich einen soliden Ruf für Entscheidungen zugunsten der Inhaber von Marken- und Urheberrechten erworben hat, die andernorts vielleicht nicht zu haben wären. Die Richter erließen im dritten Anlauf tatsächlich eine Einstweilige Verfügung gegen die Verwendung des Namens eiPOTT für den Eierbecher und begründeten es mit einer möglichen Verwechslungsgefahr des Eierbechers mit einem Musikabspielgerät der Firma Apple. Sie stützten sich dabei vor allem auf die „klangliche Zeichenähnlichkeit“.

Sie erklärten eiPOTT zwar zur witzigen Idee, auf die man „auch erstmal drauf kommen muss“. Der Senat wollte darin jedoch keine humorvolle oder parodistische Auseinandersetzung erkennen und ließ daher auch den Aspekt der Kunstfreiheit nicht gelten. Das allerdings klingt fast so realsatirisch wie die weitere Begründung, zu entnehmen einer Presseerklärung aus der Glücksfabrik:

„Zudem handele es sich bei dem Begriff eiPOTT um ein Kunstwort, das keinen klaren Sinngehalt habe und sowieso für Eierbecher ’nicht üblich‘ sei. Vielmehr ließen sich hinter dem Begriff auch andere Gegenstände vermuten wie z.B. ein Eierkocher. Verwunderlich daher auch die Ausführung, dass koziol zwar jedes andere Produkt seines Sortiments eiPOTT nennen dürfe, nur eben keinen Eierbecher.“

TecZilla.net:

eiPOTT: Does Apple really believe its customers are stupid enough to confuse an iPod with an egg holder?

Abbildung: Koziol

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Kommentare

7 Stellungnahmen zu “US-Medien lachen über Apple, den eiPOTT und das Hanseatische Oberlandesgericht”
  1. Pun1a sagt:

    Apple ist lächerlich…

  2. koziol sagt:

    lustig lustig – wir fühlen uns jedoch veräppelt….

  3. Norbert Preuß sagt:

    an marcom@euro.apple.com:
    Eine lachhafte Nummer einen EiPott verbieten zu lassen. Wenn mich
    irgendwas reizt, Geld auszugeben und Freunde darauf aufmerksam zu
    machen, für was man Geld ausgeben sollte und für was nicht: Eipott ist
    richtig gut iPod eher was für Männer mit zu klei… wie Porsche eben.
    Vielleicht mal n Coaching für die Marktstrategen, wie man ein Produkt
    platziert – über das hier lachen ja die Hüh…/ ..merikaner.

    Vielleicht lieber mehr Geld für Chinesische Arbeiter ausgeben, statt für
    westliche Anwälte.

  4. Bernhard sagt:

    Ich hoffe alle aufrichtigen Menschen werfen sofort ihre Apfelprodukte weg und sprechen sich öffendlich gegen diese Maffiamethoden aus. Heute ist dieses US-Unternehmen morgen ist es irgendein anderes, was uns weis machen will ihr Ruf würde durch solch lustige Adaptionen gestört. Ein intelligentes Unternehmen – aber dieses verhält sich wie jede Diktatur genauso humorlos – würde eine solche Vorlage zu nutzen wissen, und nicht eine sölche lächerlich kleine witzige Idee ohne irgendeinen wirtschaftlichen Zusammenhang unterdrücken.

  5. Henry Tóstbródh sagt:

    apple ist eine religion, und zeichnet sich also auch durch unfähigkeit zur kritik und zum humor aus.
    Quelle:
    kontakt mit appleleptikern

  6. omnibus56 sagt:

    @Pun1a:

    [@Red: Vorsicht jetzt kommt eine Frage! Ihr müsst mich ggf. zensieren. Fragen sind in Deutschland bekanntlich gefährlich!]

    „Wenn Apple lächerlich ist, was ist dann erst das HLG?“

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