Was darf das Tablet kosten?

Von am 22. Januar 2010 1 Kommentar 

Obwohl vor kurzem noch als Einhorn-Mythos der IT-Branche gebrandmarkt, glauben inzwischen alle an das nahende Apple-Tablet. Aber mehr als 700 US-Dollar darf es nach aktuellen Umfragen nicht kosten, wenn es sich wie geschnitten Brot verkaufen soll. Nur SchweizerInnen wollen vielleicht mehr ausgeben.

Bei einer Umfrage von ChangeWaveResearch gaben 18 Prozent der befragten US-Verbraucher an, das von Apple noch gar nicht angekündigte Touchscreen-Gerät „wahrscheinlich“ kaufen zu wollen. Aber eben nicht zu jedem Preis. Während drei von vier Befragten 500 US-Dollar oder mehr dafür ausgeben wollen, sind nur noch 37 Prozent der Kaufwilligen bei einem Preis von über 700 Dollar dabei. Eine weitere Umfrage, durchgeführt von Retrevo.com mit 500 Verbrauchern, brachte ähnliche Antworten. Demnach verzichten 70 Prozent von ihnen auf ein Tablet von Apple, wenn es über 700 Dollar kostet.

In dieser Gegend aber wird der Verkaufspreis des Apple-Tablets erwartet, teilweise sogar bei rund 1.000 Dollar. Zu vermuten ist allerdings auch das Angebot subventionierter Geräte über exklusive Mobilfunkpartner. Aus den USA wird von Verhandlungen Apples mit Verizon sowie AT&T berichtet. Der britische Guardian bekam Hinweise auf Verhandlungen Apples mit Orange und anderen Netzbetreibern.

Die Mobilfunker könnten den Preis in ähnlicher Weise nach unten subventionieren, wie es zuvor beim iPhone gelang und die hohen Verkaufszahlen erst ermöglichte. Bleibt allerdings die Frage, wie viele Konsumenten bereit sind, für einen weiteren zusätzlichen Laufzeitvertrag zu bezahlen. Auch darauf hat die Umfrage von Retrevo eine klare Antwort: 44 Prozent der Befragten wollen kein Tablet kaufen, wenn sie zugleich einen Vertrag für die Datenverbindung abschließen müssen.

Eine weniger große Hürde stellt der Preis des Tablets zumindest in der Schweiz dar, wenn man dem Tages-Anzeiger glauben will (übrigens nicht die Zeitung meines Vertrauens, da sie nach meinem Geschmack etwas zu sehr zum unbekümmerten Abschreiben neigt). Diesmal will das Blatt sich bei den eigenen Lesern informiert haben mit einer Umfrage über Tagesanzeiger.ch / Newsnetz, bei der angeblich 3.570 Leserinnen und Leser ihre Wünsche zum Apple-Tablet äußerten.

Nach der Auswertung des Tages-Anzeiger wollen sogar 42 Prozent aller Umfrageteilnehmer Apples Tablet kaufen, während 37 Prozent noch unentschlossen sind. Den Kauf eines Konkurrenzprodukts könnten sich überhaupt nur 5,5 Prozent von ihnen vorstellen, zwei Drittel seien völlig auf das Apple-Tablet fixiert.

Demnach sind Schweizer auch spendabler, wenn es das mythische Apple-Produkt eines Tages zu kaufen gibt. Jeder fünfte Befragte lege gerne bis zu 1.500 Franken (zum Vergleich umgerechnet 1.435 US-Dollar / 1.019 Euro) auf den Tisch für das Tablet, jeder Zweite immerhin bis zu 1.000 Franken (957 US-Dollar / 679 Euro). Mit 33 Prozent neigten Frauen häufiger als Männer dazu, bis zu 1.500 Franken für das Tablet auszugeben, aber nur jeder fünfte Mann.

Wie kann es allerdings sein, dass jeder fünfte Leser beim Tages-Spiegel (hier sind offenbar beide Geschlechter gemeint) mit bis zu 1.500 Fränkli dabei ist, dann aber auch jeder fünfte Mann und jede dritte Frau? Aber seit wann kann man schon Statistiken trauen, die man nicht selbst gefälscht hat?

(bk)

Screenshot: Retrevo

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Kommentare

Eine Stellungnahme zu “Was darf das Tablet kosten?”
  1. Anonymous sagt:

    Naja, vlt. haben nur 3 Frauen ihre Stimme abgegeben (und eine von denen würde dann bis 1500 CHF mitgehen) und die restlichen 3.567 Teilnehmer waren Männer – dann wäre der weibliche Einfluss so gering, dass man trotzdem von „jeder 5. Teilnehmer“, als auch „jeder 5. Mann“ gleichzeitig sprechen kann. 😉